Ironman Germany – Nachbericht von Christoph

Zwei Wochen sind nach dem Ironman vergangen. Hier nun Christophs Impressionen von seinem ersten Ironman, den er in einer super Zeit von 9:48:06h finisht:

Der längste Tag des Jahres? . . . und ob!

„Der ‚längste Tag des Jahres’ beginnt für mich mit dem Klingeln des Weckers um 2:30 Uhr. Die Nacht war mild – nein eigentlich schon warm und viel zu kurz, für das was ich mir an diesem Sonntag vorgenommen habe. Irgendwie habe ich keinen Appetit, klar um die Uhrzeit, aber irgendwie verlassen doch ein paar Schnitten Brot mit Marmelade den Frühstücksteller. Jetzt noch die Getränke mixen, und zwar reichlich – es soll ja sehr warm werden. Das Rad und die Laufsachen mussten schon am Vortag in der Wechselzone am Langener Waldsee abgegeben werden.. Somit werden noch in aller Ruhe die letzten Sachen für den Wettkampf gepackt und ab geht es durch die leere Stadt zum Shuttle-Bus. Dieser chauffiert uns hinaus Richtung Langen zum Waldsee. Dort angekommen wird zuerst das Bike gecheckt, sprich Luft aufpumpen und den gewünschten Gang bereits einlegen, anschließend wird das Arbeitsgerät der 2. Disziplin mit Getränke + Energieriegel bestückt. Jetzt wird es langsam Zeit die Arbeitsklamotten überzustreifen, sprich die Wettkampfkleidung anzuziehen, dann noch mal schnell eine der stark frequentierten Dixi-Toiletten aufsuchen, bevor ich mir den Neopren überziehe. Erst einmal nur bis zur Hüfte, denn es war schon morgens um 6:30 Uhr relativ warm. Mit den besten Wünschen von Familie und Freunden mache ich mich auf den Weg runter zum Wasser.

Nun gibt es kein zurück mehr. Der Neopren ist geschlossen und ich schwimme mich etwas ein.
Punkt 7 Uhr fällt der Startschuss, von außen gesehen scheint das Wasser zu kochen, als die
2000 Athleten losschwimmen. Um nicht dem Feld hinterher zu schwimmen, habe ich mich nahe der Startlinie positioniert. Ich erwische einen guten Start, jedoch gelingt es mir nicht meinen Rhythmus zu finden, zu gewaltig ist das allgemeine Gedränge.
Während des kurzen Landganges zwischen den beiden Schwimmetappen kann ich ein kurzen Blick auf meine Stoppuhr werfen – wow voll im Zeitlimit! Wie auch auf der ersten Etappe versuche ich immer die Bojen sehr direkt anzuschwimmen, um möglichst keinen Meter zu verschenken, doch dies versuchen die anderen Triathleten ja auch, somit bleiben Schläge und Tritte nicht aus. Endlich ist die letzte Boje passiert, ich verlasse das Wasser unter einer Stunde (0:58), super.

Rauf zur ersten Wechselzone, schnell den Neo gegen den Radhelmtauschen, das Bike schnappen und Wechselzone zügig verlassen. Die ersten 12km Richtung Frankfurt sind sehr flach und das Tempo hoch. Nachdem man die Stadt zum ersten Mal passiert hat, führt der Radkurs, zwei Runden á 84 km, durch den Main-Kinzig-und den Wetteraukreis, mit insgesamt 1000 Höhenmeter. Das Radfahren ist meine Parade-Disziplin, somit pendelt sich ein Schnitt zwischen 36-37km/h ein, der Plan die 180km in 5 Stunden zu bewältigen scheint aufzugehen. Die Verpflegung mit Riegeln und Getränken klappte prima und ich kann sogar die Stimmungshochburgen wie Friedberg und Bad Vilbel genießen. Nach 165 Kilometern heißt es langsam das Tempo drosseln und noch mal gut Versogen, denn nun naht der Marathon.
Die zweite Wechselzone ist nach 5:02 erreicht. Der Wechsel klappt prima, jetzt heißt es das eigene Lauftempo zu finden. Dies gelingt mir erstaunlicher Weise recht gut und es läuft prima. Jedoch aufgrund der Temperaturen um die 30°C, inklusive hoher Luftfeuchtigkeit, verbringe ich mehr Zeit als geplant an den Verpflegungsstellen, um Getränke aufzunehmen. Auch greife ich nach jedem Schwamm, um mich etwas abzukühlen. Statt der angestrebten 5Min. liege ich nun bei 5:15Min pro Kilometer aber unter diesen Bedingungen völlig o.k. für mich. Bei Marathon-Kilometer 36 bleibe ich erstmals stehen um mir den Kopf mit Eiswasser zu kühlen, uupps! die Oberschenkel scheinen zu verkrampfen, also ja nicht noch einmal stehen bleiben. Bei Laufkilometer 39,5 wird mir bewusst: Christoph, du hast es geschafft! Auf dieser letzen, von 4 Laufrunden, entlang des Mainufers, darf ich nun endlich Richtung Römer abbiegen, hier beginnt auch der rote Teppich, ich genieße die letzten Meter.
Nach 9:48:06 ist es vollbracht, ich überquere die Ziellinie. Ein unbeschreibliches Gefühl es geschafft zu haben, mit dieser Top Zeit, unter diesen warmen Bedingungen, die mir überhaupt nicht liegen. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Bekannten und Freunden bedanken, welche mich bei der Vorbereitung, und auch an diesem unvergesslichen Tag, bei meinem ersten Ironman unterstützt haben.
22 h nach Beginn, ist mein längster Tag zu Ende, puhh

….ein paar Zahlen:

Swim 0:58:18
(1.Wechsel 0:04:47)
Bike 5:02:46
(2.Wechsel 0:02:09)
Run 3:40:04
Gesamt 9:48:06
sub10
Platz Gesamt 197
Platz AK 32
Starter 2.300
Nationen 55
Temperatur ca. 30°C
BikeAusgabe ca. 2h.
Blasen 0
blaue Zehen 0
Sonnenbrand leicht

Hier ist die Bildergallerie zum Ironman Germany zu sehen.

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