Hesische Meisterschaften Mitteldistanz

Eine Woche nach dem Ligastart der Hessenliga wollte Nils Kindel sich bei den hessischen Meisterschaften auf der Mitteldistanz (2km Schwimmen, 90km auf dem Rad und Halbmarathon am Ende) erneut beweisen. „Selbst der Adventsmarathon ist lange nicht so hart“, sollte sein Fazit am Ende eines harten Wettkampfs lauten. Mit dem vierten Platz in seiner Altersklasse (M20) und einer Zeit von knapp unter 5:55 Stunden war er dennoch zufrieden. Auch ein zwischenzeitlicher Sturz in Gebüsch und Brennnesseln konnte ihn nicht aufhalten. Die Trianhas sind stolz auf ihr junges Talent!

Da er sich so viel Mühe gemacht hat, kommt hier sein eigener Erlebnisbericht:
„Die 2 Km Schwimmen waren noch das Einfachste am Morettriahtlon und ich bin ohne Probleme nach 38:35 aus dem Wasser gekommen.

Danach ging es mit dem Rad aus der Wechselzone heraus direkt über einen Schotterweg auf die Radstrecke die sich über 3 Runden erstreckte sowie dem Hin- und Rückweg zur Radrunde.
Wo doch die ersten paar Kilometer der eigentlichen Radrunde noch relativ angenehm waren, so wurde es danach zusehends holpriger und auch fordernder. Lange Anstieg und extrem geschlängelte Abfahrten mit engen Kurven ließen keine schnelle Fahrweise zu und ich war froh, als ich nach der dritten Runde auf der Geraden zur Wechselzone noch einmal Druck machen konnte.

Mit noch relativ frischen Beinen und so gut wie vollen ging ich optimistisch auf die Laufstrecke, musste jedoch jäh mein Tempo drosseln, als der durch das Fahren in Aeroposition verspannte Brustkorb seinen Tribut forderte. Mit unheimlichen Schmerzen in der Brust, gepeinigten Atemwegen und vollkommen verkrampftem Laufstil hab ich mich die ersten beiden 5,3 Km langen Runden durchgequält, bis die Schmerzen zum Ende der zweiten Runde hin nachließen. Die Schmerzen kamen für mich vollkommen unerwartet und bei keiner meiner Koppeleinheiten habe ich auch nur ansatzweise so etwas gefühlt.

Ab der dritten Runde war ich vollkommen im Tunnel gefangen und hab nicht mehr viel um mich herum wahrgenommen, was auch durch einen Sturz ins Gebüsch voll Brennnesseln belohnt wurde. Ich bemerkte wie immer mehr die Kräfte nach ließen und die Meter sich unendlich zogen, nichtsdestotrotz konnte ich noch laufen und dass auch noch einigermaßen anständig. Die Hitze auf der Laufstrecke nagte auch zusehends an meinen Kräften und ich war kurz vorm Zusammenbruch als ich vor der vierten Runde an der Verpflegungstation auf dem Sportplatz ankam. Doch ich war nicht so weit gekommen um jetzt zu kapitulieren. Vollkommen fokussiert und meine Erschöpfung ignorierend habe ich mich dann auf die vierte Runde begeben.

Linker Fuß. Rechter Fuß. Mehr hatte ich nicht im Sinne, als ich dem Delirium nahe durch den Wald von Altheim marschierte, bis ich endlich die erlösende Ziellinie überquerte.

Letzten Endes habe ich meine Zielzeit von unter 6 Stunden noch erreichen können, auch wenn der abschließende Halbmarathon die Hölle auf Erden war.

Es war ein Experiment der besonderen Art, da ich mit dem System der Umgekehrte Periodisierung und einem Trainingspensum, dass für die Kurzdistanz ausgelegt war eine Mitteldistanz finishen wollte. In der Vorbereitung für Moret bin ich kein einziges Mal mehr als 70km gefahren, oder mehr als 16km gelaufen und doch haben meine mir während des Wettkampfes überraschend wenig Probleme bereitet. Eine Mitteldistanz, so wie ich sie in Münster erfahren habe, ist ein ganz anderes Kaliber von Triathlon als eine Kurz- oder Sprintdistanz. Man hat weniger Zeitdruck und es geht viel mehr seinen Rhythmus zu finden und gegen die Ermüdung anzukämpfen. Es ist ein Härtetest für Körper und Geist – ähnlich wie ein Marathon – und es kommt wirklich auf den Willen an das ganze durchzustehen. Mit mehr Training von längeren Distanzen kann man den gesamten Wettkampf wesentlich schmerzärmer durchstehen, als ich es getan habe und das wird auch mein Ziel für meine nächste Mittel- oder Langdistanz, doch bis dahin habe ich noch Zeit. Sicherlich reizt mich die lange Strecke irgendwann wieder, doch in näherer Zukunft will ich erst einmal sehen, dass ich auf der Sprint- und Kurzdistanz schneller werde, damit ich auch eine wertvolle Ergänzung für unsere Mannschaft sein kann.

In diesem Sinne kann ich nur abschließend sagen, dass jeder der sich selbst auf die Probe stellen will und vor allem seine Willensstärke prüfen will, sollte mal eine Mitteldistanz machen, um zu sehen was man selbst bei vollkommener Erschöpfung noch aus seinem Körper rausholen kann.“

Ergebnisse 33. Moret Triathlon

Hessische Triathlon Meisterschaften Mitteldistanz

Pl.AkNameGesSRL
70.4. M20Nils Kindel05:54:44 h38:35 min03:04:15 h02:07:41 h

Bilder

Teilen

Facebook

Twitter

WhatsApp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.